Samstag, 19. April 2014

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Berliner Umschau

 

Führende Ökonomen unterstützen Staatsanleihekaufprogramm der EZB


EZB / Foto: über dts Nachrichtenagentur

 

Führende Ökonomen, darunter der DIW-Chef Marcel Fratzscher und die ehemalige Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro, haben dazu aufgerufen, den Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) zu unterstützen. "Die Intention des Aufrufs ist es, die wichtige Debatte über die EZB und ihr Staatsanleihekaufprogramm OMT in Deutschland mit zu gestalten", heißt es in dem Schreiben, das dem "Handelsblatt" (Montagausgabe) vorliegt. Weltweit unterstützen zahlreiche Ökonomen das Staatsanleihekaufprogramm der EZB. "Dies steht im Kontrast zu der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland, dass eine Mehrheit der Ökonomen keine ökonomische oder legale Rechtfertigung für das OMT-Programm sieht", heißt es weiter.

Die Initiatoren – neben Weder di Mauro und Fratzscher zählen dazu der Italiener Francesco Giavazzi, der Brite Richard Portes und der Franzose Charles Wyplosz – haben das Ziel, sowohl die Öffentlichkeit als auch Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland und dem Rest der Welt für ihre Idee zu gewinnen. Bis zum heutigen Freitag - und damit einen Tag, nachdem der Aufruf per E-Mail versendet wurde - haben nach "Handelsblatt"-Informationen bereits mehr als 100 Ökonomen den Aufruf unterzeichnet. Mitte Juni hatte sich das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit der Frage auseinandergesetzt, ob die EZB mit der Bereitstellung des OMT-Programms ihr Mandat überschritten habe. Seit der Anhörung ist die Debatte um das OMT-Programm aus Sicht der Initiatoren "intensiver" geworden. Das Gericht habe explizit die Frage nach der Sichtweise der Ökonomen global gestellt. "Der Aufruf ist ein Versuch einer Antwort zu dieser Frage, und diese der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln", schreiben die Ökonomen. Der Aufruf gleicht einer Verteidigungsrede der EZB: "Die Ankündigung des OMT-Programms im Sommer 2012 ist eine der geschicktesten und erfolgreichsten Ankündigungen von Geldpolitik seit Jahrzehnten", heißt es darin. Ohne einen einzigen Euro auszugeben sei es der EZB gelungen, die Liquidität zu verbessern, einen Bank-Run zu verhindern, Unsicherheit und Volatilität an den Finanzmärkten zu reduzieren, die Fremdkapitalkosten für Staaten, Banken und Unternehmen zu senken, und das Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Euros und die Aussichten der Wirtschaft im Euro-Raum zu verbessern.

 

Berliner Umschau-Meldung vom 26.07.2013 - 13:38 Uhr

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